Meine Fotografie war ja bislang immer auch autobiographisch, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint.

Gerade bin ich an einem Punkt in meinem Leben an dem ich meine Biografie direkter fotografisch aufarbeiten möchte.

Vor einigen Wochen ist meine Grossmutter hochbetagt verstorben – In der Folge war ich jetzt natürlich wieder öfter in meinem Heimatdorf in dem ich aufgewachsen bin – und natürlich auch immer wieder im Haus meiner Grosseltern, in dem ich einen bedeutenden Teil meiner ersten Lebensjahre verbracht habe. Das Haus wird gerade ausgeräumt – der Haushalt wird aufgelöst und das Haus verkauft. Bilder, Möbel und Erinnerungsstücke verschwinden in Tüten und Kisten und werden abtransportiert – mit den Sachen die nach und nach aus dem Blickfeld verschwinden tritt jetzt aber ein bedeutender Teil meiner Lebensgeschichte wieder zu Tage, der für mich in den letzten Jahrzehnten verschüttet war.

Mit dieser Serie die ich in den nächsten Jahren fortführen werde begebe ich mich auf eine Reise zurück in eine Zeit in der augenscheinlich alles noch leichter und unbeschwerter war, hin und wieder treten auf dieser Reise aber auch die Schattenseiten meiner Biographie zu Tage.

Seltsam das erst ein Mensch gehen muss, damit sich ein anderer auf eine Reise begeben kann. Manchmal lernen wir mehr von den Toten als von den Lebenden.