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Raus aus dem KreaTief!

 

„Wettbewerbe sind was für Rennpferde“ das hat mal jemand gesagt, der sich besser auskannte als ich. In den letzten Jahren habe ich auch nicht wirklich häufig an den typischen Wettbewerben von Zeitschriften und Onlinemagazinen teilgenommen. Der Grund ist einfach das ich zwar hin und wieder mal Spass daran habe mich mit anderen zu messen, aber ich weiss auch das meine Bilder sich durchaus abseits vom fotografischen Mainstream bewegen und somit meine Chancen auf die vorderen Plätze meistens eh nicht besonders gross sind.

Bis zum Jahr 2014 plätscherte meine Fotografie gefühlt eher so vor sich hin – klingt jetzt nach einem harten Urteil, aber so sehe ich es halt. Meine Kreativität erwachte erst richtig mit meinem 2014er 365 Tage Projekt – klar gab es auch mal Tage an denen mir nichts eingefallen ist, weil der Tag so hart war, oder irgendwas anderes anlag, aber im Grossen und Ganzen kann ich sagen das ich in dem Jahr als Kreativer mehr gewachsen bin als in allen Jahren davor – meinen Stil habe ich nebenbei auch irgendwie gefunden – oder eher er mich.

 

Die letzten 8 Wochen des Jahres 2016 und auch die ersten Tage von 2017 waren für mich dann allerdings eine ziemliche Durststrecke – stand doch für mich der erste Umzug nach 15 Jahren  in ein komplett neues Umfeld, mit neuen Menschen an. Jetzt könnte man eigentlich meinen das gerade eine neue Liebe in einer neuen Stadt genug Inspiration bereithält – dem war aber nicht so – irgendwie hab ich wochenlang „nichts gesehen“ wie ich das immer gerne so nenne.

Anfang des Jahres bin ich dann auf der Facebookseite vom Fotomarathon Düsseldorf gelandet – letztes Jahr wollte ich schon teilnehmen, aber die Konditionen des Wettbewerbs haben mir seinerzeit überhaupt nicht gemundet – 5 Stunden mit der Kamera durch Düsseldorf jagen und verschiedene Themen abarbeiten war jetzt so gar nicht meins. Dieses jahr sahen die Modalitäten allerdings ganz anders aus. Man musste sich früh genug anmelden und registrieren – am Vorabend des Wettbewerbs hat man dann das Thema mitgeteilt bekommen das am folgenden Tag in der Zeit zwischen 9.00 und 15.00 umgesetzt und anschliessend hochgeladen werden sollte. Das Thema war „Das Fenster zum Hof“ – der Film von Hitchcock sollte ja bekannt sein. Was jetzt auf dem „Papier“ ungemein stressig klingt, hat meine verschütteten kreativen Kräfte sofort wieder freigelegt – den Film habe ich mir vorher bewusst nicht mehr angesehen, sondern hab abends vor dem Schlafengehen einfach mal mit meiner Barbara die ersten Ideen gesammelt – am nächsten Morgen um 10 waren alle Shootingutensilien parat und das Drehbuch entwickelt – Barbara als mein Model lag im Schnee und zwei Stunden später war alles im Kasten.

 

 

Was ich vor zwei Wochen wieder festgestellt habe ist das man Kreativität, Inspiration und Ideen nicht auf Knopfdruck abrufen kann, aber man kann ihnen den Boden bereiten, damit sie wachsen und gedeien können.

Wenn Ihr also auch mal eine Durststrecke kreativer Art haben solltet, schaut mal rechts und links abseits der ausgetretenen Pfade, begebt Euch wie ich mit dem Wettbewerb einfach mal in eine „Liefern müssen“ Situation, verlasst die vielzitierte Komfortzone.

Ob ich den Wettberb gewinne ist mir nicht wichtig – entscheidend war für mich der unglaublich intensive und erfüllende Entstehungsprozess – klar ist die Aussicht am 3.2. einen Preis in Empfang nehmen zu können und meine Bilder beim Düsseldorfer Photoweekend ausgestellt zu sehen mehr als verlockend, aber ich bin ja kein Rennpferd 😉