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Es ist Freitag! #1

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Ich gestehe – ja ich bin Topophil!

 

Keine Angst – das ist nicht ansteckend – bis ich vor einigen Monaten einen Artikel darüber im von mir sehr geschätzten Kwerfeldein Magazin gelesen hab, wusste ich überhaupt nicht von der Existenz dieses Krankheitsbildes. In meinem besonderen Fall gibt es ja so einige Zustände die von der Norm abweichen, gerade in Verbindung mit der Fotografie, insoweit hat es mich nicht gewundert das zum G.A.S Syndrom (also das unkontrollierte Anhäufen von Kameras) jetzt also noch was dazu kommt.
Dem Dichter Wystan Hugh Auden wird zugeschrieben, dass er das Wort „Topophilie“ geprägt hat, um eine starke psychologische bzw. emotionale Anziehungskraft für einen besonderen Ort zu beschreiben.

Eine aktuelle psychologische Studie des National Trust in Grossbritannien untersuchte mit Hilfe von MRT-Scans diese erstmals beim französischen Philsophonen Gaston Bachelard aufgetauchte Idee einer besonderen Ortsliebe.

 

 

Das Gesetz der Serie

 

Ein Forscherteam der Universität Surrey hat herausgefunden, dass Menschen ein besonderes Gefühl des Wohlbefindens empfinden, wenn sie an einen Ort denken oder einen Ort besuchen, dem sie eine besondere Bedeutung beimessen.
Hätte ich jetzt auch so gewusst 🙂 Ich habe ja 16 Jahre in Ratingen in ein und der selben Wohnung direkt am Wald gelebt , wer von Euch sich also vielleicht mal meine Bilder der letzten Jahre angesehen hat, dem wird bestimmt aufgefallen sein, das bestimmte Orte immer wieder auftauchen. Diese Orte sauge ich bewusst immer wieder förmlich in mich auf um eine Beziehung zu ihnen einzugehen.

Gerade diese „Höhle“ – die eigentlich eine Ruine einer alten Bahnverladestation ist, hat es mir besonders angetan. Sie ist nicht einfach nur eine Shootinglocation, sondern ein Seelenort für mich den ich nicht nur zum Fotografieren aufsuche, sondern auch einfach mal um nur für mich zu sein. Ich mag das Wort „Location“ sowieso nicht gerne, da es kalt und berechnend klingt, also so gar nicht das womit ich Fotografie in Verbindung bringe.

 

Seelenorte

 

Auch dieser kleine Tümpel in Ratingen ist ein Ort an den ich immer wieder gerne zurückkehre. Gelegentlich muss ich  einem Seelenort sein Bild förmlich abringen, weil er mich fasziniert und gleichzeitig piesackt mit seinen Dornenbüschen die von Besuch zu Besuch undurchdringlicher werden. Manchmal ist dann mein Seelenort einfach ein anderer wie beim vorherigen Besuch, eben weil die Natur das Licht setzt und für die Kulisse sorgt  in dem sie einfach mal ein paar Baumstämme verteilt – ganz im Gegensatz zu meinem kleinen Studio, das meistens gleich ist – es sei denn unser Kater wirft mal wieder eine Lampe um.

Es ist Freitag!

Es ist Freitag!

 

Hä? Wie jetzt? Spinnt der Freitag denn jetzt völlig? Was behauptet der denn da?

 

Tja – mir ist schon klar das der Kalender eher nach dem nicht ganz so beliebten für manchen von Euch frustigen Montag aussieht – und so einen düsteren, frustigen Montag hatte ich heute. Aber Frust und schlechte Gefühle setzen bei mir regelmässig kreative Kräfte frei. Der Frust klopfte also heute morgen ganz laut und heftig  bei mir an und sagte: „Du must bloggen – und nicht wie früher alle drei Monate mal, sondern öfters“

Jetzt bloggt er auch noch?

 

Klar, gefühlt alle machen im Moment nur noch Podcasts oder hektische YouTube Videos mit Schmatzgeräuschen und der von mir sehr geschätzte Steffen Böttcher aka Stilpirat hat ja auch mal Anfang des Jahres verkündet der Blog als solcher würde schon streng müffeln – aber ich bin der Typ der sich nackt im Wald fotografiert und nen Sarg durch die Gegend schleppt. Mir ist grundsätzlich also mal egal was andere machen. Das Ding mit dem Blog hab ich ja hier auch schon häufiger versucht, aber in der Vergangenheit dachte ich immer ich müsste unglaublich schlaue Erkenntnisse in die Tastatur hacken, am besten noch solche die die Fotowelt komplett auf den Kopf stellen – also klassischer Fall von an den eigenen, hohen Ansprüchen gescheitert.

 

 

Meine Eingebung von heute morgen war jetzt einfach Euch (hoffentlich) jeden Freitag an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Wie genau das aussehen wird weiss ich noch nicht – vielleicht gibts ne gemischte Tüte, oder was ganz aufgeräumtes – was ich aber mit Sicherheit weiss ist das ich mich nicht unter Druck setzen werde. Klar zeig ich Euch hier auch mal n paar Fotos, aber momentan liegt mir halt so einiges auf der Seele das nicht nur über Fotos raus kann. Aber keine Angst – ich mach mich nicht nackig vor Euch 😉

Ich würde mich freuen wenn wir uns in 4  Tagen wiederlesen.

Bis Freitag!
Sebastian