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Es ist Freitag! #2

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Vom puzzeln und träumen

Auch dieser Blogpost beginnt mit einem Geständnis: „Ja ich liebe Dinge“ und ich liebe besonders Symbole. Wie Euch vielleicht schon aufgefallen ist gibt es in meinen Bildern regelmässig wiederkehrende Elemente – in meinem Fall sind es Nägel oder Puzzelteile, die es mir besonders angetan haben.

Wann genau das alles angefangen hat kann ich nicht mehr so genau sagen – irgendwann 2014 im Rahmen meines 365 Tage Projektes habe ich angefangen Puzzlestücke in allen Variationen zu fotografieren.

 

Traumsymbol „Puzzle“ – Versuch einer Deutung

Im Bereich der Traumdeutung ist das Puzzle ein Symbol das für den Wunsch des Träumenden steht, eine Lösung für ein Problem zu finden. Wenn ich jetzt auf die Zeit in meinem Leben um 2014 zurückblicke trifft das auf jeden Fall auf mich zu. Ich war ständig auf der Suche, mein Selbstvertrauen war in vielen Bereichen im Keller doch die intensive tägliche Beschäftigung mit der Fotografie hat automatisch Türen aufgestossen hinter denen sich Symbole verbargen. Da habe ich unbewusst etwas freigelegt und zu Tage gefördert was in meinem Unterbewusstsein verborgen war – immer wieder faszinierend was Kunst im Allgemeinen und Fotografie im Besonderen mit uns Menschen anstellt.

 

Für die Traumdeutung ist es wichtig in welcher Form das Puzzle im Traum in Erscheinung tritt. Passen alle Teile zusammen hat man meistens auch schon einen Ausweg aus einer schwierigen Lebenssituation gefunden. In meinem Fall hab ich es je nach Gemütslage eingefrohren, verbrannt oder zerstört – ziemlich unheimlich – oder?

 

Wenn das Puzzleteil hingegen einzeln auftritt, drückt es die Unsicherheit und Unvollkommenheit des Träumenden aus. Eigentlich bin ich ein Mensch der sich der Ratio verpflichtet fühlt – ich glaube weder an Geister, Götter oder Tierkreiszeichen, aber die Erklärung der Traumdeutung für mein Lieblingssymbol passt für mich wie die vielzitierte Faust aufs Auge. Das ist allerdings soweit ich weiss nur die europäische Sicht in Sachen Traumdeutung – wie die Interpretation auf anderen Kontinenten aussieht kann ich nicht sagen. Was ich allerdings faszinierend finde ist das das Puzzleteil als solches überall „verstanden“ wird – ob in Kapstadt, Karlsruhe oder auf Kamtschatka.

 

Im Moment bin ich an einem Punkt in meinem Leben angelangt an dem ich behaupten würde das ich das bin was man landläufig glücklich nennt – trotzdem tauchen auf meinen Bildern immer noch regelmässig Puzzleteile auf und wenn ich irgendwo unterwegs bin und eins finde nehme ich es meistens mit.  😉

In den nächsten Tagen werde ich mir auch noch einige weitere Puzzlestücke auf meinen Arm tättowieren lassen. Meine Liebe zu Symbolen geht sogar unter die Haut.

Bevor ichs vergesse: Mein guter Freund Sven Beutemann hat mir letzte Woche ein geniales Video gebastelt:

Bis Freitag!
Sebastian

 

 

 

 

Es ist Freitag! #1

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Ich gestehe – ja ich bin Topophil!

 

Keine Angst – das ist nicht ansteckend – bis ich vor einigen Monaten einen Artikel darüber im von mir sehr geschätzten Kwerfeldein Magazin gelesen hab, wusste ich überhaupt nicht von der Existenz dieses Krankheitsbildes. In meinem besonderen Fall gibt es ja so einige Zustände die von der Norm abweichen, gerade in Verbindung mit der Fotografie, insoweit hat es mich nicht gewundert das zum G.A.S Syndrom (also das unkontrollierte Anhäufen von Kameras) jetzt also noch was dazu kommt.
Dem Dichter Wystan Hugh Auden wird zugeschrieben, dass er das Wort „Topophilie“ geprägt hat, um eine starke psychologische bzw. emotionale Anziehungskraft für einen besonderen Ort zu beschreiben.

Eine aktuelle psychologische Studie des National Trust in Grossbritannien untersuchte mit Hilfe von MRT-Scans diese erstmals beim französischen Philsophonen Gaston Bachelard aufgetauchte Idee einer besonderen Ortsliebe.

 

 

Das Gesetz der Serie

 

Ein Forscherteam der Universität Surrey hat herausgefunden, dass Menschen ein besonderes Gefühl des Wohlbefindens empfinden, wenn sie an einen Ort denken oder einen Ort besuchen, dem sie eine besondere Bedeutung beimessen.
Hätte ich jetzt auch so gewusst 🙂 Ich habe ja 16 Jahre in Ratingen in ein und der selben Wohnung direkt am Wald gelebt , wer von Euch sich also vielleicht mal meine Bilder der letzten Jahre angesehen hat, dem wird bestimmt aufgefallen sein, das bestimmte Orte immer wieder auftauchen. Diese Orte sauge ich bewusst immer wieder förmlich in mich auf um eine Beziehung zu ihnen einzugehen.

Gerade diese „Höhle“ – die eigentlich eine Ruine einer alten Bahnverladestation ist, hat es mir besonders angetan. Sie ist nicht einfach nur eine Shootinglocation, sondern ein Seelenort für mich den ich nicht nur zum Fotografieren aufsuche, sondern auch einfach mal um nur für mich zu sein. Ich mag das Wort „Location“ sowieso nicht gerne, da es kalt und berechnend klingt, also so gar nicht das womit ich Fotografie in Verbindung bringe.

 

Seelenorte

 

Auch dieser kleine Tümpel in Ratingen ist ein Ort an den ich immer wieder gerne zurückkehre. Gelegentlich muss ich  einem Seelenort sein Bild förmlich abringen, weil er mich fasziniert und gleichzeitig piesackt mit seinen Dornenbüschen die von Besuch zu Besuch undurchdringlicher werden. Manchmal ist dann mein Seelenort einfach ein anderer wie beim vorherigen Besuch, eben weil die Natur das Licht setzt und für die Kulisse sorgt  in dem sie einfach mal ein paar Baumstämme verteilt – ganz im Gegensatz zu meinem kleinen Studio, das meistens gleich ist – es sei denn unser Kater wirft mal wieder eine Lampe um.

Es ist Freitag! #1

Ich gestehe – ja ich bin Topophil!

 

Keine Angst – das ist nicht ansteckend – bis ich vor einigen Monaten einen Artikel darüber im von mir sehr geschätzten Kwerfeldein Magazin gelesen hab, wusste ich überhaupt nicht von der Existenz dieses Krankheitsbildes. In meinem besonderen Fall gibt es ja so einige Zustände die von der Norm abweichen, gerade in Verbindung mit der Fotografie, insoweit hat es mich nicht gewundert das zum G.A.S Syndrom (also das unkontrollierte Anhäufen von Kameras) jetzt also noch was dazu kommt.
Dem Dichter Wystan Hugh Auden wird zugeschrieben, dass er das Wort „Topophilie“ geprägt hat, um eine starke psychologische bzw. emotionale Anziehungskraft für einen besonderen Ort zu beschreiben.

Eine aktuelle psychologische Studie des National Trust in Grossbritannien untersuchte mit Hilfe von MRT-Scans diese erstmals beim französischen Philsophonen Gaston Bachelard aufgetauchte Idee einer besonderen Ortsliebe.

 

 

Das Gesetz der Serie

 

Ein Forscherteam der Universität Surrey hat herausgefunden, dass Menschen ein besonderes Gefühl des Wohlbefindens empfinden, wenn sie an einen Ort denken oder einen Ort besuchen, dem sie eine besondere Bedeutung beimessen.
Hätte ich jetzt auch so gewusst 🙂 Ich habe ja 16 Jahre in Ratingen in ein und der selben Wohnung direkt am Wald gelebt , wer von Euch sich also vielleicht mal meine Bilder der letzten Jahre angesehen hat, dem wird bestimmt aufgefallen sein, das bestimmte Orte immer wieder auftauchen. Diese Orte sauge ich bewusst immer wieder förmlich in mich auf um eine Beziehung zu ihnen einzugehen.

Gerade diese „Höhle“ – die eigentlich eine Ruine einer alten Bahnverladestation ist, hat es mir besonders angetan. Sie ist nicht einfach nur eine Shootinglocation, sondern ein Seelenort für mich den ich nicht nur zum Fotografieren aufsuche, sondern auch einfach mal um nur für mich zu sein. Ich mag das Wort „Location“ sowieso nicht gerne, da es kalt und berechnend klingt, also so gar nicht das womit ich Fotografie in Verbindung bringe.

 

Seelenorte

 

Auch dieser kleine Tümpel in Ratingen ist ein Ort an den ich immer wieder gerne zurückkehre. Gelegentlich muss ich  einem Seelenort sein Bild förmlich abringen, weil er mich fasziniert und gleichzeitig piesackt mit seinen Dornenbüschen die von Besuch zu Besuch undurchdringlicher werden. Manchmal ist dann mein Seelenort einfach ein anderer wie beim vorherigen Besuch, eben weil die Natur das Licht setzt und für die Kulisse sorgt  in dem sie einfach mal ein paar Baumstämme verteilt – ganz im Gegensatz zu meinem kleinen Studio, das meistens gleich ist – es sei denn unser Kater wirft mal wieder eine Lampe um.

Es ist Freitag!

Es ist Freitag!

 

Hä? Wie jetzt? Spinnt der Freitag denn jetzt völlig? Was behauptet der denn da?

 

Tja – mir ist schon klar das der Kalender eher nach dem nicht ganz so beliebten für manchen von Euch frustigen Montag aussieht – und so einen düsteren, frustigen Montag hatte ich heute. Aber Frust und schlechte Gefühle setzen bei mir regelmässig kreative Kräfte frei. Der Frust klopfte also heute morgen ganz laut und heftig  bei mir an und sagte: „Du must bloggen – und nicht wie früher alle drei Monate mal, sondern öfters“

Jetzt bloggt er auch noch?

 

Klar, gefühlt alle machen im Moment nur noch Podcasts oder hektische YouTube Videos mit Schmatzgeräuschen und der von mir sehr geschätzte Steffen Böttcher aka Stilpirat hat ja auch mal Anfang des Jahres verkündet der Blog als solcher würde schon streng müffeln – aber ich bin der Typ der sich nackt im Wald fotografiert und nen Sarg durch die Gegend schleppt. Mir ist grundsätzlich also mal egal was andere machen. Das Ding mit dem Blog hab ich ja hier auch schon häufiger versucht, aber in der Vergangenheit dachte ich immer ich müsste unglaublich schlaue Erkenntnisse in die Tastatur hacken, am besten noch solche die die Fotowelt komplett auf den Kopf stellen – also klassischer Fall von an den eigenen, hohen Ansprüchen gescheitert.

 

 

Meine Eingebung von heute morgen war jetzt einfach Euch (hoffentlich) jeden Freitag an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Wie genau das aussehen wird weiss ich noch nicht – vielleicht gibts ne gemischte Tüte, oder was ganz aufgeräumtes – was ich aber mit Sicherheit weiss ist das ich mich nicht unter Druck setzen werde. Klar zeig ich Euch hier auch mal n paar Fotos, aber momentan liegt mir halt so einiges auf der Seele das nicht nur über Fotos raus kann. Aber keine Angst – ich mach mich nicht nackig vor Euch 😉

Ich würde mich freuen wenn wir uns in 4  Tagen wiederlesen.

Bis Freitag!
Sebastian

Meine Vernissage – Ein Resümee

Meine beiden Vernissage Tage liegen jetzt leider auch schon hinter mir – da dachte ich mir jetzt wo die Anspannung der letzten arbeits – und planungsreichen Wochen hinter mir liegt wäre es an der Zeit einfach mal ein paar Erkentnisse und Erfahrungen zusammenzufassen. Es waren einfach viele Highlights in den letzten Wochen – angefangen von der Schaufensterdekoration, über die Flyer, den Relaunch meiner Homepage bis zur Anlieferung meiner Bilder und Bücher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und jetzt?

 

Heute Morgen hat mich jemand gefragt wie ich mich fühle – Ich würde sagen – Man nehme alle Festivals auf denen ich seit 1994 war und nehme das ganze mal zwei –  dann käme es in etwa ran wie ich mich gerade fühle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich muss vorweg schicken das ich ja eher ein zurückhaltender Typ bin – als ich noch in Bands gesungen habe, meinten viele Leute ich sei das was man landläufig eine Rampensau nennt – Anno 2017 bewege ich mich irgendwo dazwischen. Also kann ich durchaus sagen das ich mich wohlfühle mit meinem Namen auf Plakaten, Flyern und Buchdeckeln – doch darum gehts ja eigentlich nur am Rande.

 

 

 

 

 

 

 

Tu was Du liebst!

 

Am vergangenen Wochenende habe ich  gelernt das es einfach wichtig ist das man liebt was man tut, und auch daran glaubt. Vor etwas über zwei Jahren war ich ein frustrierter und unausgeglichener Enddreissiger. Ständig war ich unzufrieden – mit mir und meiner Fotografie . Besonders immer dann wenn ich in Fotozeitschriften Arbeiten von 22 Jährigen Fotografen gesehen habe die in Havanna oder Sydney die unglaublichsten Fotos gemacht haben und dann noch veröffentlicht wurden. Die Jagd nach Likes und Klicks und der ständige Blick auf Reichweitenstatistiken stand oft genug für mich im Vordergrund – ich hab mich darin verloren – und meine Fotografie hat auch ein Stück Ihres Zaubers verloren. Dazu kam dann noch meine schwierige persönliche Situation – alles in allem keine gute Mischung für einen Kreativen.

 

Ende 2016 ging dann mit dem Wechsel meines Wohnumfeldes die Kurve steil nach oben – nach und nach bin ich wieder in die Spur gekommen – auch dank meiner zukünftigen Frau Barbara – eines besonderen Menschen der mein Lebensmittelpunkt ist. 2017 Hab ich dann Sven Beutemann und seine Freundin Mona getroffen, der erst meine Homepage auf  Vordermann gebracht hat und dann entschieden hat in seinem Verlag mein Buch zu machen und die Ausstellung zu veranstalten.

 

Facebook ist unwichtig! Das Leben findet woanders statt!

 

Spätestens als die ersten Gäste am Samstag mit Ihren Würstchen und Bierflaschen in der Hand vor meinen Bildern standen, mich mit Fragen gelöchert haben, meine Bilder und Bücher gekauft haben,  hab ich gemerkt wo die wirkliche Reichweite liegt – ja wo sich das Leben wirklich abspielt. Kunst kann sich einfach nicht auf Instagram oder Facebook entfalten. Kunst kann nur da leben und atmen wo sie auf Menschen trifft – auf echte Menschen aus Fleisch und Blut. Menschen denen ich meine Bücher signiert habe, Menschen die Songs für mich schreiben und bei meiner Vernissage spielen, Menschen die mit dem Auto 350 Kilometer fahren nur um meine Kunst zu sehen. Likes und Klicks und Kommentare sind vergänglich und unbedeutend.

Ich kann nur jedem empfehlen da raus zu gehen und seine Kunst den Menschen zu zeigen. Wo immer es auch möglich ist, hängt Eure Fotos auf und präsentiert Eure Bilder und Skulpturen.

Fotos: Falk Frassa,Samira Lohmann,Barbara Schmidt