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Es ist Freitag! #11

Morgenstund hat…

…Gold im Mund ist ein Sprichwort. Es besagt, dass sich frühes Aufstehen lohne, weil es sich am Morgen gut arbeiten lasse und Frühaufsteher mehr erreichen würden. Es ist die wortgetreue Übersetzung des lateinischen Lehrbuchsatzes „aurora habet aurum in ore“. Dieser bezieht sich auf die personifizierte Morgenröte (lat.: aurora), die Gold im Mund und im Haar trägt.

 

Das mit dem Arbeiten am frühen Morgen ist bei mir Tagesformabhängig – was aber immer geht bei mir ist noch vor dem ersten Kaffee aufzustehen um Fotos zu machen. Letzte Woche ist mir aufgefallen das mein letztes Morgenfoto allerdings auch schon wieder ein Jahr her ist. Die letzten Monate waren in diversen Lebensbereichen ziemlich anstrengend für mich, sodass ich an meinen freien Tagen meistens erst zur Kaffeetasse und dann zur Kamera gegriffen habe – eigentlich schade, da ich gerade die Stimmung eines frühen Sonntages sehr mag. Alles ist irgendwie gemächlicher, ruhiger und besinnlicher. Im Moment kehrt bei mir auch wieder etwas Ruhe ein sodass ich wenn Zeit und Ort passen mit Sicherheit wieder mal mein Stativ auf irgend einem Acker oder Strand aufbauen werde. Bis dahin zeig ich Euch hier einfach mal meine Lieblingsmorgenfotos.

Es ist Freitag! #4

Vom Ohr ins Objektiv…

 

Wie Musik meine Bilder enstehen lässt.

Neben der Fotografie hat die Musik in meinem Leben einen hohen Stellenwert.  Musik ist eigentlich immer da – die Ideen zu vielen meiner Arbeiten sind mir beim Hören meiner Lieblingsbands gekommen, oder eben beim Anschauen ihrer Videos. Seit dem Ableben der grossen Musikfernsehsender gibt es leider nicht mehr viele Bands, die Wert auf optisch anspruchsvolle Videos legen – 5 Typen in einer alten Fabrikhalle mit ein bisschen Nebel – fertig ist das Video. Das soll jetzt hier kein „früher war alles besser“ Geweine werden, aber mir ist aufgefallen, dass viele meiner Bilder von Musikvideos beeinflusst wurden, die ich in den 90ern gesehen habe, zu einer Zeit also als die Kunstform des Videoclips auf ihrem Zenit war.

 

Paradise Lost gehören seit Jahren zu meinen absoluten Faves. Diese Band ist sogar dafür verantwortlich das ich 1992 selber angefangen habe in einer Band zu singen und Texte zu verfassen.

 

 

Song Of The Troubled One – Der Amorphis Song und das dazugehörige Konzeptalbum handelt vom finnischen Nationalepos Kalevala. Mit Finnland und alten Geschichten bringe ich irgendwie immer Holzböden in Verbindung….

 

 

 

Opeth – Blackwater Park – als ich in dem relativ unscheinbaren Park in Krefeld diesen kleinen Tempel entdeckte, war mir sofort klar – das ist mein persönlicher „Blackwater Park“.

 

 

 

Porcupine Tree – Fear Of A Blank Planet. Porcupine Tree haben mich schon zu einigen Bildern inspiriert, zudem mag ich auch die Bildsprache in ihren Videoclips.

 

 

2014 habe ich mit dieser kleinen Gliederpuppe so einige Fotos gemacht. Dazu wurde ich von der Band TIAMAT und Ihrem Video beeinflusst – irgendwann setze ich das Ganze auch noch mal in diesem Stop-Motion Stil um.

Seit ein paar Jahren hab ich eine Phase die ich „die grüne Phase“ nenne. Ich mache dafür unter anderem Mark Romanek mit seinen Arbeiten für NINE INCH NAILS verantwortlich.

 

 

 

Ich bin eigentlich kein besonders grosser NICK CAVE Fan, aber ich mag viele seiner Videos, besonders den morbiden Touch von „Where the wild roses grow“, dass sich ja auf das Gemälde „Ophelia“ des Malers John Everett Millais bezieht, was mich schon beschäftigt und inspiriert hat bevor ich das Video auf MTV gesehen hab – einige meiner Bilder nehmen ja auch in diversen Variationen Bezug auf das Ophelia Thema.

 

Das Bild hat den unglaublich profanen Namen „07/24/2014“ eben da es an genau diesem Tag im Rahmen meines 365 Tage Projektes entstanden ist.  Hier haben mich Tool beeinflusst, die ich just an dem Morgen gehört habe, an dem ich das Foto gemacht habe. Die Zeile in ihrem Song „Schism“ in dem es heisst: „I know the pieces fit ‚cause I watched them fall away“ hat dafür gesorgt, dass ich schon eine halbe Stunde später nackt im Wald lag.

Die Inspiration ein Bild zu erschaffen kommt bei mir also nicht unbedingt immer aus einer visuellen Quelle – nein – manchmal reicht eine Zeile in einem Songtext, die sofort ein Bild in meinem Kopf entstehen lässt. Hin und wieder braucht es einige Tage bis ich das Bild in meinem Kopf entwickelt habe – es kommt aber auch schon mal vor das die Idee so klar ist, dass das Foto schon nach wenigen Minuten seinen Weg aus meinen Kopf durch das Objektiv und dann auf die Speicherkarte antritt.

Bis Freitag!

Sebastian