Yashica

Yashica – Die Enttäuschung des Jahres?

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Eigentlich wollte ich ja schon längst über die neue NIKON D850 gebloggt haben, aber jetzt ist mir was dazwischen gekommen…

Als vor 2 Wochen eine neue Yashica angekündigt wurde, hatte ich entweder auf eine zweite Fuji X100 gehofft, oder auf eine komplett analoge Kamera mit Film, ähnlich wie die legendäre Yashica Electro.

Die vor wenigen Stunden auf Kickstarter vorgestellte Kamera ist auf der einen Seite ein sehr cooles Teil , auf der anderen Seite dann wieder eine herbe Enttäuschung. Die sogenannte Yashica DigiFilm-Kamera verwendet ein interessantes austauschbares  digitales Filmsystem, bei dem man im Grunde jedesmal einen neuen Sensor mit speziellen Eigenschaften kauft. Will man also Schwarz Weiss haben kauft man eine entsprechende Patrone – für Farbe wiederum eine Patrone mit Farbe und wer analoges Bildrauschen will, der greift zur S/W Patrone mit iso 1400. Die Abwesenheit eines Displays zur Bildkontrolle finde ich auch sehr Reizvoll, ja es gibt sogar einen Spannhebel der nach jeder Aufnahme bedient werden muss um ein neues Foto aufnehmen zu können.

 

Schauen wir doch mal auf die Spezifikationen:

  • 1/3.2-inch CMOS sensor 
  • 14 megapixel 
  • Messucher
  • Lichtstarkes Objektiv f2.8
  • Brennweite 35mm
  • Minimale Aufnahmedistanz 1m
  • 5 wählbare Verschlusszeiten 1s, 1/30s, 1/60s, 1/250s, 1/500s
  • SD Karte
  • Micro USB 
  • Stativgewinde
  • funktioniert mit 2 x AA Batterien
  •  digiFilm

AAAAAAAber:

Ein Sensor der kaum grösser ist als der in meinem Samsung Galaxy S8? Nur 5 Verschlusszeiten? Klar, auf der Habenseite steht die Möglichkeit sich wie bei einer analogen Kamera wieder ganz auf das Bildermachen zu konzentrieren weil man nicht ständig auf ein Display schielt – das hat irgendwie seinen Reiz, weil hier wieder die so oft zitierte Konzentration auf das Wesentliche eintritt. Aber warum hat man der Kamera nicht wenigstens einen  Four Thirds-Sensor spendieren können? Warum diese seltsamen Fimpatronen die zwar auf den ersten Blick nach einem interessanten Konzept klingen – aber hier befürchte ich das man das Ganze als Gelddruckmaschine missbrauchen wird. Schade – hier wäre mehr drin gewesen – vermutlich ordere ich mir aber trotzdem eine.

Mehr auf:  Kickstarter

Meine Kamerasammlung

An dieser Stelle zeige ich Euch in loser Reihenfolge die Schätze meiner stetig wachsenden Sammlung alter Fotogeräte

 

Kodak Retina IIc (Type 020)

 

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Produziert in Stuttgart vom Kamerawerk Nagel zwischen 1954 -1957

  • Film: 35 mm
  • Verschluss: Synchro-Compur  B,1-1/500
  • Objektiv:Schneider Retina-Xenon f:2.8/50 oder Rodenstock-Heligon f:2,0/50mm
  • Produktion: 1954  1957
  • Original Listen Preis: 318DM

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Los geht es mit der Kodak Retina cII. Dieses kleine Prachtstück habe ich vor knapp 2 Jahren aus einer Wühlkiste auf einem Düsseldorfer Trödel gefischt. Für schlanke 40 Euro landete die Kleine dann in meinem Fotorucksack.  Klassischer Fall von Schnäppchen, normalerweise geht die Kamera bei E-Bay für das 4 fache über die virtuelle Ladentheke. Gefüttert wurde sie dann umgehend mit einem seid 17 Jahre abgelaufenen Schwarz Weiss Film aus DDR Produktion. Die ersten entwickelten Fotos welche auf dem Rock Hard Open Air 2011 entstanden begeisterten mich ziemlich – trotz des nicht gerade qualitativ hochwertigen Filmmaterials. Natürlich erfordert das fotografieren mit einer derart betagten Knipse einiges an Geduld, da Belichtungsmesser und Autofokus natürlich Fehlanzeige sind.

Die IIc besitzt einen einen optischen Sucher mit Bildbegrenzungsrahmen sowie einen gekuppelten Mischbild Entfernungsmesser. Sowohl die Retina IIc   als auch ihre Nachfolgerin die IIIc  waren zu ihrer Zeit sehr hochwertige Kameras die zu einem auch für Fotoamateure erschwinglichen Preis angeboten wurden. Für die Geschichte der Kleinbildkameras waren die Retinas auch deshalb wichtig, weil Kodak für sie die heute noch übliche Kleinbildpatrone einführte, also die unmodernen kleinen Dinger die Ihr heute oft nur noch bei Rossmann hinter dem Müsli findet. Bis zum Erscheinen der Retina Serie war es üblich das jeder Hersteller seine eigenen Filmpatronen auf den Markt brachte. Die neuartigen Kodak Filmpatronen setzten sich schon bald auf breiter Front durch und waren universell in allen Kameras zu verwenden.

 

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ENFORCER @ Rockhard Festival 2011

Meine Geduld mit der neuen alten Kamera sollte sich dann einige Wochen später bezahlt machen. Diejenigen von Euch die mein Fotografisches Schaffen bereits länger verfolgen erinnern sich eventuell an meinen letzten Urlaub in Österreich im Sommer 2011.Ich sage nur ICE+Kamera = Kamera futsch. Zu Erklärung für alle Anderen – auf besagtem Trip verschwand bereits auf der Hinfahrt meine komplette Kameraausrüstung aus dem ICE . Fotokrempel im Wert von 2700 Euro . Nur die kleine Retina nicht, denn die hatte ich unter weiser Vorraussicht nicht in meinen Fotorucksack verstaut, sondern mit einigen Rollen Film in den Koffer gepackt. Das war dann aber auch die einzige Weise tat von mir, denn wer sich eine unversicherte Kamera nebst Objektiven stehlen lässt, der ist selber Schuld. Mit meiner Kodak Retina hatte ich dann auf den Bergtouren wenigstens mehr Platz für Bier im Wanderrucksack , und nicht nur das – nebenbei sind mir einige Fotos von hohem Erinnerungswert geblieben. Aber was noch viel wichtiger war für mich die Erkenntnis das man keine fette moderne  Ausrüstung braucht um  Fotos zu machen.

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Ihr müsst Euch ja Eure Sachen nicht direkt klauen lassen um auf den Trichter zu kommen das man mit Kameras vom Trödel unglaublich viel Spass haben kann.

Lasst Doch Eure 40Millionen Megapixelcam und das Angeberofenrohrobjektiv einfach mal zu Hause , und zieht mit einer kleinen Analogkamera los. Glaubt mir – et lohnt sich 😉