Baum in Hilden

Es ist Freitag! #21

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Sei da wenn das Licht da ist!

„Tolles Foto! Welche Kamera hast Du benutzt? Welches Objektiv? Sag mal Deine Einstellungen!“

Baum in Hilden

Das sind Fragen, die mir immer wieder gestellt werden. Bei vielen Bildern weiss ich höchstens noch die Kamera, mit der ich das Foto gemacht habe. Alles Andere ist für mich nicht relevant, weil Kameras für mich mittlerweile lediglich Werkzeuge sind – klingt komisch aus dem Mund eines Typs mit 250 Kameras, oder? Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass uns die Wahl eines bestimmten Gerätes mit einer spezifischen Anordnung von Schaltkreisen und Gläsern zu einem besseren, oder anderen Fotografen macht.

Ich verurteile niemanden der solche Fragen stellt, aber ab einem bestimmten Punkt sollte man darüber hinweg sein zu glauben das man gute Bilder macht wenn man die Kombination von bestimmten technischen Parametern beherrscht.

Die innere Einstellung ist entscheidend. Sei da wenn das Licht da ist – der Rest ergibt sich dann von alleine.

Lass Dich finden!

Baum Photoshop Erderwärmung

„Dein Stil ist wirklich cool! Wie machst Du das? Welche Presets benutzt Du? Welche Einstellungen benutzt Du in Photoshop?“

Auch das sind Fragen die ich für berechtigt halte – das sind Fragen die ich mir als ich mit der Fotogtrafie ganz am Anfang stand und zu anderen Fotografen aufgeschaut habe auch ständig gestellt habe.

Meine Fragen sind andere, wenn ich ein Bild betrachte – ich möchte wissen: „was hast Du gefühlt als Du das Bild gemacht hast?“, „wie ging es Dir?“ , „wohin warst Du unterwegs?“ „was hast Du gefühlt?“

Natürlich muss jeder die Fragen stellen die für Ihn die richtigen sind – ich habe jedenfalls gemerkt, dass ich keine technischen Zusammenhänge brauche, um Zugang zu einem Werk zu finden. Sobald man aufhört krampfhaft nach irgendetwas zu suchen, wie zum Beispiel nach dem eigenen Stil, dann ist man auch bereit dafür, gefunden zu werden.

Bis Freitag!

Es ist Freitag!#20 Flickr Prints im Test

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Seit einigen Wochen bietet Flickr die Möglichkeit an Prints direkt und ohne Umwege aus dem eigenen Fotostream zu ordern.

Für meinen Etsy Shop lasse ich regelmässig Drucke von Saal Digital produzieren – bisher war ich immer zufrieden, bin aber auch immer offen für neue Anbieter.

Zum Testen habe ich einfach mal 3 Drucke geordert:

Zwei Drucke im Format 30x20cm jeweils in matt und glänzend und einen Druck im PanoramaFormat 30X15cm in metallisch. Die Drucke liegen mit je 2,70 bzw. 3,20 Euro etwas unter dem Preisniveau von Saal Digital. Inklusive Versand und Verpackung habe ich für die drei Drucke 18 Euro bezahlt

Die Fotos kamen dann 8 Tage nach der Bestellung in einem stabilen Umschlag bei mir an.

Die Drucke befinden sich in einer Folie , die dann extra noch mit einer starken Pappe hinterlegt werden.

Leider erreichten mich statt der bestellten drei nur zwei Prints. Nach der Kontaktaufnahme mit Flickr bekam ich am nächsten Tag die Antwort das man mir den fehlenden Print unverzüglich zusenden würde.

Das „Unverzüglich“ bedeutete dann auch wieder 8 Tage von Glasgow aus, mit dem Ergebnis das man mir 16 Tage nach Aufgabe der ersten Bestellung leider den falschen Print geschickt hat. Die Kontaktaufnahme ist leider auch alles andere als komfortabel – wo die meisten Dienstleister wenigstens einen Link bereitstellen unter dem ich meinen Bestellstatus einsehen kann bzw. meine Bestellungen reklamieren kann muss ich bei Flickr alles per Mail regeln – in meinem Fall musste ich der Mitarbeiterin sogar die Datei des fehlenden Prints nochmals per Mail zusenden.

Gestern am 10.10 also ziemlich genau einen Monat nach Aufgabe der Bestellung hat mich dann der fehlende Print erreicht.

Die Drucke sind was die Qualität angeht nicht besonders auffällig – die Fotos kamen ohne Staub, Knicke oder Fingerabdrücke bei mir an. Zur Dicke der Prints kann ich jetzt leider nichts sagen, da sich die Flickr Homepage darüber ausschweigt. Der matte Druck – in meinem Fall das Foto mit der Tasse – soll angeblich „heavier“ sein – im Vergleich mit den anderen von mir bestellten Prints kann ich keinen Unterscheid feststellen. An der Druckqualität habe ich jetzt auch nichts auszusetzten – besonders gut gefällt mir dann der Druck von dem Foto meiner Kameras im „metallic“ Stil auf einem „Kodak metallic paper“ – den werde ich mir auf jeden Fall einrahmen.

Obwohl Druckqualität und Verpackung stimmen werden Flickr und ich in Sachen Printbestellung eher keine Freunde.
Die unvollständige Lieferung hat bei mir erstmal für Achselzucken gesorgt – so was ist mir in den ganzen letzten 10 Jahren weder bei Whitewall, Saal Digital oder MeinFoto.de passiert – O.k – da die ganze Geschichte noch neu ist und sich das ganze eventuell noch einspielen muss will ich mal nicht so hart sein in meinem Urteil, aber beim 2. Anlauf das ganze wieder zu versemmeln ist schon nervig. Die Kommunikation ist aufgrund des fehlenden Käufercockpits einfach umständlich und die Lieferzeit von 8 Tagen ist mir dann auch zu lang – wer weiss wie lange das nach dem Brexit dauert. Das Ganze ist also eher was für Leute die Geduld und Zeit haben – ich bleibe dann doch lieber bei Saal Digital, die derartige Aufgaben in maximal 3 Tagen erledigen.

ES IST FREITAG! #19

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Ich habe mal wieder MOO Cards bestellt!

Seit Jahren ordere ich regelmässig die grossartigen MooCards. Nachdem ich dieses Jahr auf diversen Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen meinen Vorrat verteilt hatte mussten jetzt natürlich auch wieder neue Karten mit aktuellen Fotos her.

In Zeiten in denen jeder mit jedem digital vernetzt ist, braucht man da eigentlich noch Visitenkarten? Ich finde ja – es gibts nichts schöneres und persönlicheres wie eine gut gestaltete Visitenkarte. Der haptische Eindruck zählt für mich auch – eine Karte in die Hand gedrückt zu bekommen finde ich persönlicher als eine virtuelle Freundschaftsanfrage. Und gerade die Moo Karten finde ich sehr edel und wertig verarbeitet, selbst in der Basic Version mit 350gqm Gewicht hat man einfach das Gefühl was besonderes in der Hand zu haben.

Klar – Visitenkarten bekomme ich auch bei anderen Herstellern, aber nirgendwo sind Gestaltung und Erstellung so unkompliziert wie bei MooCards. In meinem Fall habe ich meine momentan 6 liebsten Fotos genommen. Moo sagt: „…es ist unsere einzigartige Technologie, die es Ihnen ohne Aufpreis erlaubt, für jede einzelne Karte im Päckchen ein anderes Design oder Foto zu verwenden.“ Natürlich hätte ich mich auch für die „Printify“ Option entscheiden können, die es mir ermöglicht 50 Verschiedene Fotos für je 100 Karten auszuwählen, aber das ist eindeutig zu viel für mich – ich tu mich ja schon schwer Fotos für Portfolios oder meine Ausstellungen auszusuchen.

„Wir setzen Himmel und Hölle in Bewegung, damit Sie zufrieden sind! Wir wollen, dass Sie völlig BEGEISTERT von Ihrer Bestellung sind, also scheuen wir keine Mühe, um das zu gewährleisten.“

Behaupten die Moo Macher – das finde ich nicht zuviel versprochen – ich hab jetzt bereits zum 5. Mal einen neuen Kartenvorrat bestellt und wie immer alles innerhalb von 7 Tagen bekommen.

Es ist Freitag! #18

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Es ist zu kalt für Kunst!

Brauchen wir wirklich den drölfhundertsten virtuellen Stammtisch?

Brauchen wir die soundsovielte Fotogruppe in der sich die Mitglieder doch nur anpöbeln?

Brauchen wir wirklich noch einen Podcast in dem uns Leute die uns gar nicht kennen erzählen wie wir uns am besten zu fühlen haben?

Nein! Es macht viel glücklicher raus zu gehen, zu Ausstellungen und jemanden zu sagen „Hey, das was Du machst, bewegt mich“



Mehr muss man gar nicht tun – raus gehen, ins Gespräch kommen, und den anderen nicht als Konkurrenten zu sehen, sondern ihn zu supporten – und sei es ihm auch „nur“ ne Postkarte für einen Euro abzukaufen. Die Realität nimmt uns ja automatisch aus diesem ungesunden Wettbewerb um Likes und Herzchen heraus, was ich sehr gesund finde.

Seit einigen Monaten bin ich Mitglied in einer lokalen Künstlergruppe hier im Bergischen Land. Mittlerweile hab ich schon an diversen Gruppenausstellungen teilgenommen und eine völlig neue Sicht auf die Dinge bekommen.

Ausstellungsbeitrag in der Art-Fabrik Erkrath


Ich bin mittlerweile der Auffassung das die sogenannten „Sozialen Netzwerke“ warscheinlich nicht der beste Ort für Kunst im Allgemeinen und Fotografie im Besonderen sind. Wenn ich mir Werke von Bildhauern, Malern oder Fotografen im Netz ansehe fehlt mir einfach die Gefühlsebene. Klar – nicht jeder hat die Möglichkeit sich regelmässige Ausstellungen anzusehen oder gar seine eigenen Bilder aufzuhängen, aber für mich reicht ein noch so gut kalibrierter Monitor nicht mehr aus um zu entscheiden was ein gutes Bild in allen seinen Facetten ausmacht.



Den Sozialen Netzwerken wird ein Stellenwert eingeräumt der Ihnen gar nicht zusteht – man muss sich nur mal vor Augen halten das diese Netzwerke ja noch ziemlich jung sind – vorher sind die Leute Jahrhundertelang in Ausstellungen und Museen gegangen um sich Bilder anzusehen. Natürlich sind Instagram oder Facebook ein gutes Mittel um sich zu präsentieren – auch ich generiere einen Löwenanteil meiner Aufträge über Facebook – ein Ort an dem ich mich wohlfühle ist er aber nicht mehr – er ist zu kalt für Kunst

Ist natürlich nur mein Weg, den ich jetzt eingeschlagen habe.

Geniesst Euer Wochenende.

Die „Pott-Hochzeit“ von Insa und Marcus

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Insa und Marcus kenne ich jetzt schon eine ganze Weile. Marcus begegnet mir seit Jahren immer wieder in den Fotogräben auf den einschlägigen Festivals und auch sonst teilen wir eine tiefe Liebe zu Bärten, Bier und natürlich zur Fotografie.

Marcus hat im Mai 2018 unsere Hochzeit fotografiert, also war es naheliegend das ich seine fotografieren würde. Anfang des Jahres haben dann aber seine Insa und er entschieden das sie mich eigentlich lieber als Gast auf Ihrer Hochzeit haben möchten. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen zur kirchlichen Trauung meine Kamera meine Kamera mitzuschleppen und eine kleine Reportage zu machen – natürlich ohne der offiziellen Hochzeitsfotografin auf die Füsse zu treten 😉

Die Trauung fand in einer kleinen Kirche in Bottropp statt und die anschliessende Feier stilecht in der ehemaligen Schachtanlage der Zeche Zollverein im Herzen des Ruhrpotts in Essen. Für ein Foto musste ich meine Höhenangst überwinden und auf den alten Förderturm klettern – man macht ja so einiges für ein gutes Foto 😉

Wie Ihr unschwer erkennen könnt spielte ausserdem ein gewisses Auto eine wichtige Rolle.

ES IST FREITAG! #17

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Fesseln

Das ist glaube ich erst mein 4. Foto das ich dieses Jahr gemacht habe.

Ich beschäftige mich gerade sehr mit mir selbst und mit ein paar unschönen Ereignissen die teilweise über 35 Jahre zurückliegen – da kommt gerade soviel hoch das man meinen würde – hey, daraus ich doch was machen, aber da wo vor ein paar Jahren die Bilder nur so aus mir rausgesprudelt sind , ist jetzt eine gewisse Stille eingekehrt. Eine Stille mit der ich allerdings prima leben kann.

Du bist nie fertig!

Früher war ich davon überzeugt das man als Mensch irgendwann fertig ist – ja das die Entwicklung der Persönlichkeit mit 20 oder 25 abgeschlossen ist. Jetzt mit 42 stelle ich fest das es ganz anders ist. Ich bin jetzt erst dabei mich mit Erahrungen zu befassen die ich in meiner frühesten Kindheit gemacht habe, die in mir brodeln , die mich aber gelähmt und unbeweglich gemacht haben. Ich bin fasziniert und gleichzeitig schockiert wie sehr die Erfahrungen die unsere Eltern in Ihrer Kindheit gemacht haben an uns weitergegebn werden.

Jetzt bin ich dabei die Fesseln zu durchtrennen um endlich meine Arme auszubreiten.

Ich habe auch dementsprechend meine Schlagzahl was die Veröffentlichung von Texten und Fotos angeht stark zurückgefahren. Gerade die UNsozialen Medien stressen mich im Moment eher als das sie hilfreich wären. Für mich sind die Zeiten passe in denen ich unbedingt jeden Tag ein Foto veröffentlichen muss, nur um den Anschluss nicht zu verlieren, nur um möglichst viele Likes und Herzchen zu sammeln. Aber keine Angst – ich bleibe Euch trotzdem erhalten.

Bis Freitag!

Es ist Freitag! #16

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Mein dorniger Sommer…

Das Jahr 2018 geht zur Neige – komisch vor gefühlten 6 Wochen habe ich doch gerade noch geheiratet, hab in kurzen Hosen mit meiner frisch Angetrauten lange an der Spree gesessen und aufs Wasser geschaut…


Bilder von Artur Kowallick – Camera Minutera Berlin entstanden auf unserer Hochzeitsreise nach Berlin.

2018 war verdammt hart – warscheinlich das härteste Jahr seit dem Tod meines Vaters 2004 – es war prall gefüllt mit Enttäuschungen, Entbehrungen und mit Rechnungen auf der Fussmatte die sich vermehrt haben und die Katze zu fressen drohten.
Der Mensch der Ende 2017 mein Buch produziert und verlegt hat, hat sich vor einigen Monaten als übler Betrüger entpuppt – von den mir zugesicherten Exemplaren habe ich nur einen Bruchteil erhalten, also musste das Buch leider aus der ISBN Liste und somit auch vom Markt nehmen lassen. Neben dem materiellen Verlust ist da natürlich auch die Enttäuschung auf menschlicher Ebene ungeheuer Gross. Allerdings bin ich nicht der Typ der sich von derartigen Enttäuschungen umwerfen lässt. 2019 werde ich mein Buch in Eigenregie neu auflegen und verkaufen. Dann ist da ja auch noch mein Magazin an dem ich im Hintergrund arbeite.

2018 war trotz aller Rückschläge mein fotografisch erfolgreichstes Jahr. Meine Fotos erscheinen in Magazinen, in Schallplatten und CD´s und ich konnte über meinen Shop einiges an Kalendern und Bildern zu den Menschen bringen die meine Kunst zu schätzen wissen. Anfang Dezember habe ich an meiner ersten Gruppenausstellung teilgenommen und hatte gerade ein Interview mit einem Fotomagazin welches Anfang 2019 erscheinen wird.
Auch wenn der Sommer dornig,lang, und trocken war, ich bin wieder ein ganzes Stück gewachsen und lerne immer noch dazu. Ja, ich lerne gerade tatsächlich gut zu mir zu sein und meine Erfolge auch anzunehmen.

Jetzt ist das hier doch irgendwie ein Jahresrückblick geworden – kommt gut rüber!

Es ist Freitag! 10#

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Festivals sind Ausnahmezustand!

Aber nicht nur das – sie liefern oft genug schöne Geschichten. Für mich als Konzertfotograf der auch mal hinter und neben die Kulissen schauen darf passieren die schönsten Festivalstories oft genug abseits der Bretter die die Welt bedeuten. So auch vor ein paar Wochen auf meinem Lieblingsfestival. Das Dong Open Air ist ein wunderbares, intimes Metalfestival das sich auch im 19. Jahr seines Bestehens rühmen kann ein Festival von Fans für Fans zu sein, auch wenn die Macher eines weitaus berühmteren Festivals im Norden dieses Prädikat immer noch für sich beanspruchen.

Desirees Wunsch

Und eben diese Intimität sorgt für eine gewisse Nähe zwischen Veranstaltern und Besuchern – man geht aufeinander zu und auch aufeinander ein – Wünsche werden oftmals schnell und unbürokratisch erfüllt. Zum Beispiel der Wunsch meiner Freundin Desiree einfach mal Crowdsurfing beim Auftritt Ihrer Lieblingsband Moonspell zu machen. Der Durchschnittskonzertbesucher macht sowas einfach, bei Desiree sieht die Sache etwas komplexer aus, denn sie ist von Ihrer Geburt an die meiste Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen, der solche Aktionen natürlich erschwert. Desiree trug den Wunsch nach einem Crowdsurfing Ausflug warscheinlich schon seit ihrem ersten Besuch beim ersten Dong Open Air mit sich herum, hat sich aber nie wirklich getraut – bis Ihr Bekannter „Klix“ der zwar auch „nur“ Besucher ist, aber irgendwie jeden kennt sie überredet hat. Ein paar Helfer waren schnell gefunden, die Security im Bühnengraben hat auch bereitwillig mitgemacht und ich durfte diese wundervollen und emotionalen Momente festhalten. Und eben diese emotionalen Momente sind der Grund warum ich das mit der Fotgrafiererei so liebe 😉

 

Es ist Freitag! #5

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Bad Niedergang

Lost Places in Bad Pyrmont

Bei Kurorten denkt man ja normalerweise an Menschen mit Rollatoren die salziges Wasser aus Plastikbechern trinken und nicht gerade an Lost Places – dachte ich auch, bis ich im Februar zum ersten Mal in dem beschaulichen Ort im äussersten Norden von NRW gelandet bin. Mir sind sofort die zahlreichen geschlossenen und dem Verfall preisgegebenen einst herrschaftlichen Kurhotels aufgefallen. Ziemlich schnell hatte ich die Intention zu einer neuen Serie. Angeregt durch meinen  Aufententhalt in Bad Pyrmont habe ich mich mal mit dem Niedergang der dortigen Kurbetriebe befasst.

Spätestens mit dem vom damaligen Bundesgesundheitsminister Seehofer beschlossenen Sparpaket und der damit verbundenen Kürzung der Reha Zeiten und dem daraus entstandenen Abbau von über 40.000 Arbeitsplätzen im Gesundheitswesen begann der Niedergang im Kurwesen das allein bis 1999 zur Schliessung von 120 Betrieben führte. Bereits mit den Blüm’schen Gesundheitsreformen begann in ganz Deutschland 1989 der Niedergang der Kurorte und Heilbäder. Zuerst wurden zum Beginn des Jahres 1989 die Kassenzuschüsse für die so genannten „offenen Badekuren“ drastisch gesenkt und zugleich eine Eigenbeteiligung eingeführt.

Der Erfolg allein dieser Maßnahmen war durchschlagend: Die Zahl der von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschussten offenen Badekuren sank innerhalb eines Jahres von 821.189 im Jahr 1988 auf nur noch 435.042 Kuren im Jahr 1989. Diesen gut 50 prozentigen Rückgang konnten insbesondere die kleinen bis mittelständischen Beherbergungsbetriebe nicht mehr auffangen, da gleichzeitig die Zahl der der stationären Krankenkassenkuren deutlich zunahm. Im Ergebnis verlagerte sich das „Kurgeschäft“ also von den klein- und mittelständischen Beherbergungsbetrieben hin zu den großen „konzernmäßig“ geführten Bettenburgen. Dieser negative Bundestrend erfasste auch Bad Pyrmont mit seinen vielen privatgeführten Hotels die oftmals , wenn sie nicht sofort schliessen mussten dazu gezwungen waren sich durch extreme Einsparungen zu retten welche in der Folge in einen Investitionsstau mündeten. Im Ergebnis konnte man mit den konzernmässig betriebenen „Bettenburgen“ nicht mehr mithalten. Für viele Orte natürlich katastrophal, für mich der sich auch mal mit Lost-Place Fotografie befasst ein Glücksfall.

ES IST FREITAG! #3

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Ich packe meinen Fotorucksack und…

 

stehe , wenn Ihr das lest warscheinlich schon im Fotograben, der ja eigentlich Bühnengraben heisst, oder sitze gemütlich Backstage beim Bier und warte auf die nächste Band.
Neben dem Rumstehen und Biertrinken gibts da natürlich noch ein paar andere Dinge die mich an der der Konzertfotografie begeistern, doch das würde jetzt zu weit führen – um das ganze mal ein bisschen abzukürzen, zeig ich Euch einfach was ich so auf Festivals oder Konzerte mit nehme.

 

 

 

 

NIKON D850
Die Nikon D850 hab ich mir im September 2017 direkt am Erscheinungstag geholt. Ich schwöre seit 2007 – also seit ich halbwegs mit Anspruch fotografiere auf Nikon. Schon der Vorgänger D800 hat mich 5 Jahre lang ohne Ausfälle auf Festivals begleitet und literweise Bier und Staub abbekommen. Mit der D850 hat Nikon die im Moment warscheinlich beste DSLR auf dem Markt – besonders begeistert bin ich vom aktuellen Chip, der besonders bei rotem Bühnenlicht eine bessere Figur macht als seine Vorgänger. Über die genialen Iso Fähigkeiten der Kamera muss ich glaube ich keine Worte mehr verlieren. Das beste ist aber das ich die Kamera quasi blind bedienen kann – was in dunklen kleinen Undergroundkaschemmen von Vorteil sein kann. Meistens nehme ich den original Nikon Batteriegriff mit, einfach weil die Kamera im Hochformat einfacher zu bedienen ist und mir nicht so schnell der Saft ausgeht wenn ich mal 3 Tage lang keine Steckdose in der Nähe habe. Klar, die original Nikon Batteriegriffe sind wesentlich teurer als die nachgemachten Chinateile, aber ich geb doch nicht 4000 Euro für eine Kamera aus um dann ein schlecht verarbeitetes Plastikteil für 40 Euro dranzuschrauben auf das ich mich nicht verlassen kann.

 

Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD G2

Quasi mein Brot und Butter Objektiv an der Nikon – wesentlich besser verarbeitet wie der Vorgänger. In den Venues und auf den Festivals auf denen ich unterwegs bin, reichen mir die 70mm am langen Ende vollends – zumal das Pixelmonster D850 Crops mit immernoch genialer Bildqualität ermöglicht. Dickes Plus ist natürlich der Bildstabilisator der auch mal Fotos mit 1/40 aus der Hand ermöglicht. Für das Nikon Pedant legt man beinahe 1000 Euro mehr auf den Tisch – was die Abbildungsqualität angeht tun sich eigentlich beide nicht viel.

 

 

Nikon AF-S Zoom-Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED

Mit fast einem Kilo macht sich das Glas ziemlich schnell im Fotorucksack bemerkbar, genauso wie in meinem Geldbeutel, aber was sind schon 1800 Euro, wenn man dafür das vielleicht beste Ultraweitwinkel Zoom überhaupt bekommen kann. Die Bildqualität ist brutal gut – scharf bis in den letzten Winkel. Auch wenn ich es nicht auf jedem Konzert einsetzte , sind die perspektivischen Möglichkeiten die mir der 114° Bildwinkel ermöglicht einfach nur geil.

Nikon 70-210mm f/4-5.6

Falls ich doch mal was längeres brauche, nehme ich gerne mal das 70-210er mit. Das Teil hab ich mal für 60 Euro von meinem Fotodealer mitgenommen um im Urlaub mal ein paar Vögel am Strand zu fotografieren. Das Objektiv hat zwar auch schon 30 jahre auffm Buckel, ist ein Schiebezoom mit langsamen AF, aber an der Nikon D850 macht es nen ganz soliden Job.

 

Leica M6 mit Voigtländer Nokton 35mm und Elmar 50mm

Ja, ich gebs zu – ich bin mittlerweile ein ziemlicher Leica Fanboy – die M6 hab ich mir Anfang des Jahres gegönnt und tatsächlich auch schon auf 2 Festivals dabei gehabt. In der Theorie klingt das Fotografieren auf Konzerten ohne Autofokus nach einer ziemlich blöden Idee, aber zum einen hats ja Jahrzehntelang auch mit manuellen Fokus geklappt und zum anderen ist es gar nicht so schwer, wenn man nämlich einmal die Entfernung richtig geschätzt hat dann brauch man fast nicht mehr den Schnittbildindikator zu beachten. An Filmmaterial nehm ich am liebsten Kodak Porta oder auch mal einen Tri-X mit.

Lowepro LP37016-PWW Flipside Trek Kameratasche BP 350 AW

Jahrelang hab ich mich mit sperrigen, viel zu grossen Rucksäcken abgeschleppt, die mich regelmässig dazu verleitet haben noch mehr Kram einzupacken den ich dann am Ende doch nicht gebraucht hab. Hey – da ist ja noch Platz – kommt die Rolleiflex halt auch noch mit. Der Lowepro LP37016-PWW Flipside sieht von aussen relativ kompakt aus , bietet aber genug Platz für den ganzen Krempel den ich Euch hier gerade aufgezählt habe.

Und sonst so?

Ich schwöre seit jeher auf Eneloop Akkus mit denen ich meinen Batteriegriff füttere. An Speicherkarten spare ich auch nicht – da leiste ich mir eigentlich immer die San Disk Karten. Ansonsten kommt noch mein Sunsniper Gurt mit und natürlich diverse Brillenputztücher.
Fotos vom Dong Open Air zeig ich Euch dann nächste Woche 😉

Bis Freitag!