Abschied vom Tausendfüßler

Heute habe ich zusammen mit mehreren tausend Düsseldorfern Abschied von unserem „Tausendfüßler“ genommen. Die Hochstrasse, einst Symbol des Wirtschaftswunders wird ab morgen abgetragen. Heute gab es die einmalige Gelegenheit zum Abschiednehmen. Einige liessen es sich nicht nehmen, mit Hammer und Meißel bewaffnet Erinnerungsstücke aus dem Bauwerk herauszubrechen. Ich habe mich allerdings heute aufs Bildermachen beschränkt 😉 _DSC3017 _DSC3025 _DSC3027 _DSC3028 _DSC3031 _DSC3038 _DSC3042 _DSC3045 _DSC3046 _DSC3051 _DSC3054 _DSC3061 _DSC3068 _DSC3069 _DSC3073 _DSC3074 _DSC3086 _DSC3093 _DSC3096 _DSC3111 _DSC3115 _DSC3119 _DSC3121 _DSC3136 _DSC3142 _DSC3155 _DSC3158 _DSC3162 _DSC3164 _DSC3165 _DSC3169 _DSC3173 _DSC3177 _DSC3181 _DSC3185 _DSC3186 _DSC3190 _DSC3195 _DSC3198 _DSC3200

Meine Kamerasammlung

An dieser Stelle zeige ich Euch in loser Reihenfolge die Schätze meiner stetig wachsenden Sammlung alter Fotogeräte

 

Kodak Retina IIc (Type 020)

 

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Produziert in Stuttgart vom Kamerawerk Nagel zwischen 1954 -1957

  • Film: 35 mm
  • Verschluss: Synchro-Compur  B,1-1/500
  • Objektiv:Schneider Retina-Xenon f:2.8/50 oder Rodenstock-Heligon f:2,0/50mm
  • Produktion: 1954  1957
  • Original Listen Preis: 318DM

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Los geht es mit der Kodak Retina cII. Dieses kleine Prachtstück habe ich vor knapp 2 Jahren aus einer Wühlkiste auf einem Düsseldorfer Trödel gefischt. Für schlanke 40 Euro landete die Kleine dann in meinem Fotorucksack.  Klassischer Fall von Schnäppchen, normalerweise geht die Kamera bei E-Bay für das 4 fache über die virtuelle Ladentheke. Gefüttert wurde sie dann umgehend mit einem seid 17 Jahre abgelaufenen Schwarz Weiss Film aus DDR Produktion. Die ersten entwickelten Fotos welche auf dem Rock Hard Open Air 2011 entstanden begeisterten mich ziemlich – trotz des nicht gerade qualitativ hochwertigen Filmmaterials. Natürlich erfordert das fotografieren mit einer derart betagten Knipse einiges an Geduld, da Belichtungsmesser und Autofokus natürlich Fehlanzeige sind.

Die IIc besitzt einen einen optischen Sucher mit Bildbegrenzungsrahmen sowie einen gekuppelten Mischbild Entfernungsmesser. Sowohl die Retina IIc   als auch ihre Nachfolgerin die IIIc  waren zu ihrer Zeit sehr hochwertige Kameras die zu einem auch für Fotoamateure erschwinglichen Preis angeboten wurden. Für die Geschichte der Kleinbildkameras waren die Retinas auch deshalb wichtig, weil Kodak für sie die heute noch übliche Kleinbildpatrone einführte, also die unmodernen kleinen Dinger die Ihr heute oft nur noch bei Rossmann hinter dem Müsli findet. Bis zum Erscheinen der Retina Serie war es üblich das jeder Hersteller seine eigenen Filmpatronen auf den Markt brachte. Die neuartigen Kodak Filmpatronen setzten sich schon bald auf breiter Front durch und waren universell in allen Kameras zu verwenden.

 

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ENFORCER @ Rockhard Festival 2011

Meine Geduld mit der neuen alten Kamera sollte sich dann einige Wochen später bezahlt machen. Diejenigen von Euch die mein Fotografisches Schaffen bereits länger verfolgen erinnern sich eventuell an meinen letzten Urlaub in Österreich im Sommer 2011.Ich sage nur ICE+Kamera = Kamera futsch. Zu Erklärung für alle Anderen – auf besagtem Trip verschwand bereits auf der Hinfahrt meine komplette Kameraausrüstung aus dem ICE . Fotokrempel im Wert von 2700 Euro . Nur die kleine Retina nicht, denn die hatte ich unter weiser Vorraussicht nicht in meinen Fotorucksack verstaut, sondern mit einigen Rollen Film in den Koffer gepackt. Das war dann aber auch die einzige Weise tat von mir, denn wer sich eine unversicherte Kamera nebst Objektiven stehlen lässt, der ist selber Schuld. Mit meiner Kodak Retina hatte ich dann auf den Bergtouren wenigstens mehr Platz für Bier im Wanderrucksack , und nicht nur das – nebenbei sind mir einige Fotos von hohem Erinnerungswert geblieben. Aber was noch viel wichtiger war für mich die Erkenntnis das man keine fette moderne  Ausrüstung braucht um  Fotos zu machen.

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Ihr müsst Euch ja Eure Sachen nicht direkt klauen lassen um auf den Trichter zu kommen das man mit Kameras vom Trödel unglaublich viel Spass haben kann.

Lasst Doch Eure 40Millionen Megapixelcam und das Angeberofenrohrobjektiv einfach mal zu Hause , und zieht mit einer kleinen Analogkamera los. Glaubt mir – et lohnt sich 😉

Displayschutz

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50/52 50mm – 52 Fotos



Mein neues Projekt besteht darin das ich Euch in der nächsten Zeit jede Woche ein Foto zeige das mit dem 50mm Objektiv an meiner Nikon D800 entstanden ist. Die Fotos lade ich immer Sonntags hoch und stelle sie hier vor.

Da das neue Jahr nicht mehr ganz so neu ist und ich noch nicht die Gelegenheit hatte mein Projekt vorher zu starten – beginne ich einfach mit 6 von 52.

Aber was ist denn jetzt so besonders an einem Objektiv mit dem man nicht zoomen kann? In erster Linie ist es der Bildwinkel. Die 46° eines 50-mm-Standardobjektivs entsprechen am ehesten unseren  Sehgewohnheiten. Schon ein leichtes 35er Weitwinkel betont den Vordergrund und lässt Objekte, die sich weiter hinten im Bild befinden, kleiner erscheinen als sie in Wirklichkeit sind. Beim Teleobjektiv hingegen wirkt alles irgendwie zusammengedrückt,verengt.

An Nikons DX-Halbformat (z.b D7000)  habe ich einige Zeit auch ein 50-mm-Objektiv eingesetzt. Durch den Crop-Sensor und den einhergehenden Verlängerungsfaktor entsprach die Optik dort aber einem leichten 75er Tele. Meistens ist das 50er allerdings zu Hause geblieben, da  es mir gerade auf Konzerten zu “lang”  war . Jetzt da meine Hauptkamera die Vollformat-Kamera D800  ist habe ich mit dem 50mm Objektiv wieder einen „menschlichen Blickwinkel“ an meiner Kamera – es ermöglicht mir als Fotograf und dem Betrachter  eine normale und neutrale  Sicht auf die Dinge. Unverzerrt, direkt und natürlich. Besitzer von Kameras mit Halbformat  CMOS Bildsensor (23,5 x 15,6 mm) wie z.B der Nikon D3000, D5000 oder Canon User mit einer EOS 600D benötigen also ein 35mm Objektiv um an Ihren Kameras 50mm zu erhalten.

Ein 50mm Objektiv ist an einer Vollformatkamera ein 50mm Objektiv.Ein 50mm Objektiv ist auch an einer Kamera mit Crop-Faktor 1,5 (also an einer der kleineren Nikons oder Canons) ein 50mm Objektiv, zeigt aber den Bildauschnitt vergleichbar mit einem 75mm Objektiv an einer Vollformatkamera. Daher auch der irreführende Name Brennweitenverlängerung. Ich will Euch jetzt allerdings nicht mit Technikkram langweilen – denn hier geht es ja um die Kunst.

Das 50mm Objektiv galt mit dem auftreten der ersten erschwinglichen Teleobjektive Anfang der 80er Jahre  schnell als langweilig, unkreativ und billig.Mittlerweile erfreut sich die Festbrennweite  wieder wachsender Beliebtheit, bei der man sich ganz ohne Zoomerei auch auf das Zusammenwirken von Zeit, Blende und ISO-Zahl konzentrieren kann, oder als kleine, leichte, scharfe und lichtstarke Optik, die man immer dabei haben sollte. Besonders bei der sogenannten „Street Fotografie“ sind kleine Festbrennweiten einfach unauffälliger – viele Strassenmusiker,Müllmänner oder Mitmenschen raegieren einfach  panisch wenn man Ihnen mit einem Monsterzoomobjektiv vor der Nase rumfuchtelt. Es muss natürlich nicht unbedingt ein Autofokus Objektiv sein – das Foto welches Ihr unter dem Artikel seht ist mit einem manuellen Nikkor 50mm f/1.4  aus den 70er Jahren entstanden. Desweiteren fotografiert man einfach bewusster und entschleunigter. Für weniger als 120 Euro bekommt man auf dem Gebrauchtmarkt lichtstarke Festbrennweiten der bekannten Marktführer die sich besonders bei der Konzertfotografie als preiswerte Alternative zu den Zoomoptiken eignen.  Als netten Nebeneffekt hält das „Fusszoom“ den Fotografen nebenbei ständig in Bewegung. Soll ja gesund sein 😉

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